bei den letzten Fahrten stellte ich fest, dass mein Duc ca. 2-3 Liter mehr Kraftstoff benötigte.

Auch hatte ich das Gefühl, dass ich Leistungsverlust hatte.
Weiterhin wurden bei der letzten ASU festgestellt, dass dieTrübwerte im Abgas relativ grenzwertig waren.
Nach vielen Überlegungen für die Ursache kam ich zu dem Schluß, dass die Injektoren für die Dieseleinspritzung ihren Dienst nicht mehr ordnungsgemäß versahen.
Also ran an den Feind. Die Rücklaufleitungen entfernt und kleine Behälter auf die Rücklauföffnungen montiert. Das Fahrzeug gestartet und etwa 20 Sekunden laufen lassen. Anschließend wurde der Füllstand der Behälter miteinander verglichen. Die Füllstände waren geringfügig unterschiedlich und sofern es 10-15 % nicht übersteigt, im normalen Rahmen.
Da die Injektoren im Zylinderkopf an einer Stelle sitzen wo auch Feuchtigkeit hinläuft, rosten die Schrauben im Laufe der Jahre bombenfest. Also alles mit einem Rostlöser geflutet und mehrere Tage einwirken lassen. Leider wurde von den Ingenieuren bei Fiat dort keine Stehbolzen mit Mutter eingebaut, sondern relativ lange Sechskantschrauben die leicht abreissen.

Nach mehreren Tagen Einwirkzeit habe ich die Druckleitung vom Turbo zum Einlasskrümmer, sonst kommt man an die Schrauben des vierten Zylinders nicht dran, demontiert und das Womo im Leerlauf ca 4 Stunden warm laufenlassen, damit sich die Schrauben eventuell leichter lösen lassen. Der Erfolg war, dass ich zwei Schrauben lösen konnte und zwei immer noch bobenfest waren.

Dann stellte ich fest, dass sich unter dem Womo einen relativ großer Ölfleck gebildet hatte.

Unter dem Fahrzeug konnte ich dann sehen, dass aus der Druckseite des Turbos Öl ausgetreten war und über die Ölwanne abtropfte.
Das war natürlich völlig unnormal und machte eine ganz andere Baustelle auf. Wenn der Turbolader Öl in den Ansaug drückt, wird durch die schlechtere Verbrennung die Leistung reduziert, erhöhen sich die Trübwerte im Abgas. Weniger Leistung bedeutet, bei gleichbleibender Fahrweise, dass der Spritverbrauch hoch geht.
Also erst mal den Turbo wechseln. Die bekommt man als Austauschteil relativ günstig, sind jedoch so verbaut, dass man Finger mit drei Knickgelenken benötigt um überhaupt dran zu kommen. Von oben kann man die Leitungen und Schrauben nur durch tasten erfühlen und lösen und von unten benötigt man die Hände eine 10-jährigen.

Bei der Untersuchung des Turbos stellte ich fest, dass die Welle ein Axialspiel von ca. 5 mm aufwies. Das ist völlig unnormal und damit war bestätigt, dass der Lader seinen Geist aufgegeben hat.
Für den Wechsel des Laders habe ich mit 2 Personen 5,5 Stunden benötigt und mit etlichen Blessuren an Händen und Unterarmen abgeschlossen.

Der anschließende Probelauf, Motor muss 2-3 Minuten im Leerlauf laufen damit sich der Öldruck aufbauen kann, verlief einwandfrei.

Anschließend habe ich eine Probefahrt absolviert, mit dem Ergebniss, dass Ladedruck und alle Systeme einwandfrei funktionierten.
Ob mit dem Turboladerwechsel alle Fehler behoben sind, werde ich bei der nächsten längeren Fahrt feststellen und euch dann weiter berichten.
Wer viel handwerkliches Geschick und eine Grube oder Hebebühne besitzt, kann den Wechsel selbst vornehmen aber: ES IST EINE SCHWEINE ARBEIT,DA DER TURBO AN EINER SEHR SCHWER ZUGÄNGLICHEN STELLE SITZT.