Ein „Termin“ steht vorher noch an, im Nachbarort haben wir eine Privatkelterei, dort gibt es eine Fahrzeugwaage. Nachdem ich fast überall mit Aussagen wie „überladen sind wir doch alle“, und „die Hersteller rechnen ihre Leergewichte schön“ konfrontiert wurde, war ich einigermaßen skeptisch ob es bei 3,5to bleiben würde. Reisefertig aufgerüstet, vollgetankt, mit Maus, eh Schatz, Bike´s und meiner Wenigkeit, allerdings nur 60 Liter Wasser, bringt unser Schmuckstück 3350 Kilogramm auf die WiegeWaage, also noch 150 Kilogramm für das was wir eigentlich nicht brauchen und doch gerne hätten, oder was sich da noch so ansammelt. Zum Wasser sei gesagt, mit 60 Litern kommen wir 2-3 Tage hin. Wenn nötig kann ich mit der Reserve auch mal voll machen, ansonsten ist das toter Balast.
Wir werden aber trotzdem immer mal wieder auf die Waage fahren, wie gesagt, man(n)/Frau sammelt.
So nun aber zur „Reise“, es geht mit der notwendigen Gelassenheit durch den Odenwald Richtung Main. Das eher trübe Wetter wirkt sich auf die hervorragende Stimmung an Bord nicht aus. Wir haben ja auch nicht lange zu fahren und so sind wir gegen 14.00 Uhr am Ziel.
Den ein oder anderen notwendigen Handgriff beim mobilen wohnen kennen wir durch unseren Pferdetransporter, ist ja eigentlich auch nur ein Wohnmobil mit extragroßer Garage. Aber, Keile habe ich bisher nur als Wegrollsicherung gebraucht und nicht zum drauffahren. Gute erste Übung, Fahrzeug in die Waage stellen,

Ok, ich glaube das üben wir noch ein bizzl.
Einen ersten Vorteil stellen wir aber sofort fest, wer kann sich schon ein Grundstück mit unverbaubarem Blick direkt am Main leisten. Hochwasser sollte auch kein Problem sein, im Falle eines Falles räumen wir das Wohnzimmer nicht mal aus, wir fahren es einfach weg.

In Miltenberg gibt es zwei Stellplätze, einer am Freibad. Dieser darf nur in der Zeit von 17.00 – 10.00 Uhr genutzt werden. Ansonsten ist es ein Busparkplatz und es werden gerne Knöllchen verteilt. Der zweite am Yachthafen, ein befestigter Schotterplatz für ca. 10 Womo´s. Beide Plätze Kostenlos, ohne V+E und Strom.

Draußen wird´s langsam dunkel, wir brechen Richtung Weihnachtsmarkt auf.

Dort angekommen macht sich Ernüchterung breit, Miltenberg hat eine sehr schöne Altstadt und irgendwie waren wir der Meinung das sich der Weihnachtsmarkt diesem Ambiente anpassen müsste. Weit gefehlt, 5 „Fress-, Glühweinstände“ am Rathaus und 10-12 Stände vorwiegend F+G am Marktplatz, 2x Kinderkarussell, dass war´s. Achja einen Künstlermarkt gab´s auch noch.



Zu Alphornklängen gibt es die obligatorische Bratworscht im Weck, dann geht es zurück zum Nexxo.

Samstagmorgen, Kriegsrat, bleiben wollen wir nicht. Prima wir haben ein Wohnmobil und nun lernen wir dessen größten Vorzug kennen. Handbremse los, Gang raus, von den Keilen runterrollen, selbige verstauen und los geht es zum nächsten Ziel. Super, nur wohin?
Wertheim ist nicht weit, Expocamp wollten wir uns doch immer mal ansehen. Hinfahren, Womo parken, und dann kommt von Susanne: „hier ist also Wertheim Village“ prima.
Ich mach´s kurz, wir brauchen beides nicht noch mal. Das Expocamp verschafft einem einen guten Überblick über etliche Hersteller, nur wir haben unser Mobil gefunden. Der Zubehörshop ist m.E. eher Durchschnitt. Also vielleicht in weiter Ferne wenn mal der Nachfolger, ach Quatsch.
Wertheim Village, mein Gott, Schnäppchenjagd in Reinkultur. Factory-Outlet. Sorry, aber ist meine ganz persönliche Meinung, hier werden die Kunden verar......... Wir kaufen sicher gerne und günstig und achten auf Preise, deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass der größte Teil der Waren dort im Schlussverkauf oder bei sonstigen Sonderaktionen und Angeboten günstiger zu haben ist, dass einzige was da eventuell stimmt ist das Marketing. Wie gesagt meine ganz persönliche Meinung.
Da wir erst gar nicht auf die Keile gefahren sind, kann es also gleich weiter gehen. Doch noch 100 Kilometer und wieder mal nach Rothenburg? Susanne fragt was ist mit Marktheidenfeld?
Kurz im Stellplatzführer geguckt, 2 Plätze, einer bei einem Winzer, der andere an einem Bauernhof: Aber wie weit sind die vom Zentrum weg? Internet googeln, halt da ist noch ein dritter, von der Stadt selbst, an der Mainbrücke, zwar auch ohne V+E, brauchen wir aber nicht. Kostet allerdings 5€. Wir wollen trotzdem mal hinfahren. Angekommen erleben wir eine Überraschung, stand selbst auf dem Hinweisschild noch „ohne V+E“, ist alles vorhanden. 3 Säulen, zwei mit Frischwasser und Chemietoientleerung, eine mit Strom. Strom mit 1€ für 4h nicht gerade günstig, zum aufladen der erschöpften Bordbatterien aber hilfreich. Eine öffentliche saubere Toilette die von 6-20.00 Uhr benutzt werden kann gibt es auch.


Hier bleiben wir und machen einen schönen Spaziergang durch Marktheidenfeld und am Main entlang zurück zum Nexxo. So findet ein Tag der durchwachsen begonnen hat einen schönen Abschluss.
Sonntagmorgen die Rollo´s hoch, Kaiserwetter, prima, in Ruhe frühstücken und dann auf die Bike´s, bis Lohr am Main sind es rund 20 Kilometer das passt.



Auch in Lohr gibt es einen Stellplatz, Kostenpflichtig von 20,00 – 9,00 Uhr (5€), mit VE und Strom. Das ganze ist aber aufgrund einer Baustelle demontiert, zur Zeit?

Bekanntermaßen geht jedes Wochenende vorbei und so mussten auch wir uns heute Mittag auf den Heimweg machen. Fazit, wir haben uns das richtige Womo gekauft, der Grundriss und die Größe passt. Es ist für uns beide nebst Gepäck und Sportgerät ausreichend Platz vorhanden und die Fahrzeuggröße ist so das ich auch in den Alpen oder Dolomiten auf den meisten Strassen keine oder nur geringe Probleme sehe.
Achja und eine Liste für die Italienreise Ende der Woche gibt es auch schon. Das erste ganz groß daraufgeschriebene Wort lautet:
„Fehlt“
in diesem Sinne
Stefan und Susanne