Freitag, der 24.3.23
Als wir uns das letzte Mal gemeldet hatten waren wir ja gerade von der Loire aufgebrochen, um an die Küste zu fahren und hatten dabei einen Abstecher nach Clisson, dem französischen "Wacken", gemacht.
Gegen späten Nachmittag kamen wir dann an unserem geplanten Übernachtungsplatz an. Es war ein kleiner Parkplatz abseits der Ortschaften, direkt am Strand.
In dieser Gegend werden unter anderem Muscheln und Austern gezüchtet und an manchen Stellen auch Salz gewonnen.
Unsere Sunny ist natürlich an allem Neuen interessiert und wartet gleich auffordernd darauf, dass wir mit ihr an den gut riechenden Strand gegen.
Wie vielerorts an der Atlantikküste, wird auch hier, südlich der Loire Mündung, nach Schollen und anderen Fischarten gefischt. Überall stehen deshalb die Fischerhütten auf ihren langen Stelzen am Strand.
Unser gefundenes Strandgut war auch interessant. Da gab es Austernschalen, die Hüllen von Haifisch- bzw. Rochen-Eiern und den sogenannten Schulp, oder den Sepiaknochen (von den zehnarmigen Tintenfischen)
In der Nacht hatte es immer wieder geregnet und als wir dann am Morgen weiter fuhren begleitete und das ungemütliche Wetter noch ein ganzes Stück des Weges. Als wir dann am späteren Nachmittag bei Talmont-sur-Gironde unseren nächsten Ü-Platz erreichten dauerte es nicht lange und es begann auch hier zu regnen.
Zum Glück konnte ich vorher noch einige Fotos mit der Drohne von dem Platz machen.
In der Wetter-App wurde für diesen Bereich, für die Nacht, starker und anhaltender Regen gemeldet und es gab auch eine Sturmwarnung vom Wetterdienst.
Und es hat vielleicht geschüttet! Die ganze Nacht hörte man die Tropfen aufs Fahrzeug prasseln und selbst die Oropax schafften es nicht den Geräuschpegel zu unterdrücken.
Am Morgen war der Spuk dann aber endgültig vorbei und wir starteten in Richtung Bordeaux und Arcachon. In Bordeaux war es mir auf den Straßen einfach zu voll und es waren überall Staus und zähfließender Verkehr, weshalb wir die große Hafenstadt auf der Stadtautobahn kurzerhand umfahren haben.
Kurz vor Arcachon, in Gujan-Mestras, sah es dagegen ganz anders aus und die Uhren tickten offensichtlich auch etwas langsamer.

Es war gerade Ebbe und im Hafen lagen die Schiffe und Boote im Schlick fest.
Und da man unter diesen Umständen nicht mit den Booten in See stechen kann, hat der Seemann auch die Zeit sich mit den vorbeilaufenden Landratten zu unterhalten. Der nette Mann hat uns dann unter anderem erklärt, wie damals das Hafenbecken damals mit den eigenen Händen und einem Spaten ausgehoben wurde und welcher Aufwand es war alles an der Uferböschung zu befestigen.
Ein altes schwarz/weiß Foto diente dabei als Erinnerung an die damalige Zeit.
Gleich um die Ecke einer kleinen Gasse nutzten die Fischer und ihre Freunde die freie Zeit, um ein großes Boule-Turnier auszuspielen. Dort war richtig was los und immer wieder hörte man Lautsprecherdurchsagen über die Platzierungen der Spieler.
Es war in dem gemütlichen Gujan-Mestras, als hätte jemand kurz die Uhr angehalten, damit man sich wieder auf die wesentlichen Dinge des Lebens besinnt und sich einfach mal eine kleine Auszeit nimmt.
Auf dem weiteren Weg nach Arcachon kamen wir an zahlreichen alten Häusern vorbei,....
....welche zum Teil aus Holz gebaut und mit feinen Verzierungen und Schnitzereien geschmückt sind.
Auch farblich sind sie sehr lebendig gestaltet.
Im Yachthafen von Arcachon konnte man nicht übersehen, dass es hier in der Hochsaison wohl nicht so ruhig zugehen würde, wie es jetzt im März der Fall ist.
Moderne Kunst auf dem Kreisel eines Kreisverkehrs in La Teste-de-Buch.
Unser nächster Stopp sollte die höchste Wanderdüne von Europa sein, die Dune du Pilat. Was wir dort zu sehen bekamen war allerdings schon sehr erschreckend. Der ganze Kiefernwald auf der Ostseite der Düne war bei einem Waldbrand im vergangenen Jahr vernichtet worden. 22000 Hektar Wald sind dabei den Flammen zum Opfer gefallen.
Auch die Campingplätze innerhalb des Bereiches sind völlig abgebrannt und zerstört worden.
Es war wirklich ein grausiger Anblick, alles war von den Flammen zerstört und verwüstet worden. Da in der Umgebung der Düne überall die Parkplätze gesperrt waren und regelmäßig entlang der Straßen Halte- und Parkverbotsschilder standen, haben wir uns entschieden noch ein kleines Stück weiter zu fahren und uns in einem der nächsten Orte einen Schlafplatz zu suchen.
Dabei haben wir dann auch zum ersten Mal am Strand einen Blick auf die gewaltigen Wellen des Ozeans werfen können. Es ist schon beeindruckend mit welcher konstanten Kraft sich das Wasser des Meeres der Küste entgegen wirft.
Und einen ruhigen und schönen Ü-Platz haben wir dann auch noch in der Nähe gefunden. Hier stehen wir wohl ganz alleine und werden bestimmt gut schlafen. Mal sehen, ob wir es morgen über die Grenze nach Spanien schaffen. Wir werden uns dann wieder melden.
Macht´s gut und ein schönes Wochenende.