Saaremaa – vom Sperrgebiet zum Freizeitparadies (2)
Das Saaremaa touristisch erschlossen ist, zeigt sich auch daran, dass es zahlreiche Radwege gibt. Wir haben auch etliche Fahrradtouristen gesehen. Allerdings gilt auch hier: Nebenstraßen sind oftmals geschottert. Fest geschottert und relativ gut befahrbar. Doch bei der vorherrschenden Trockenheit im Juli natürlich auch sehr, sehr staubig.
So staubig, dass die Vegetation am Wegesrand oft mit einer weißen Schicht überzogen war. Wie auch so manche Autos…

… und am Ende auch unsere Fahrräder auf dem Heckträger.

Vom Campingplatz aus erreicht man per Rad in wenigen Minuten den nächsten Ort:
Salme. Hier gibt es einen kleinen Supermarkt, der gut sortiert ist.

Unter anderem haben wir leckeres Grillfleisch besorgt.

Was noch so alles in zwei Satteltaschen passt, seht ihr hier:

Überhaupt ist die Versorgung bestens. Es gibt mehrere Supermarkt-Ketten mit einem hervorragenden Angebot. Die Esten haben übrigens ihre eigenen Ketten und ihre eigenen Marken – nicht so wie in Polen und auch Litauen, wo man vielfach Lidl & Co mit deutschen Produkten antrifft. Eine Kette ist uns besonders aufgefallen:

Na, an wen haben wir da wohl gedacht???
Ansonsten findet man auch so manche Leckerei am Wegesrand – hier: Walderbeeren.

Es gibt natürlich auch viele Pilze und Blaubeeren, aber da wir die geheimen Sammelplätze nicht kennen, haben wir lieber suchen lassen. Estland ist sehr waldreich.

Und wenn wir zum Strand gingen, über den warmen Sandboden, gut gepolstert mit Kiefernnadeln, dann roch es nach dieser besonderen Würzmischung aus Kiefer, Sand und Wärme, die für mich der Inbegriff des Sommers ist.
Der Waldboden ist meist dicht bewachsen – ganz anders als bei uns in Deutschland. Viele Moose, Farne und Flechten. Eben ganz skandinavisch.


Ansonsten an dieser Stelle noch mal ein paar Impressionen von Flora und Fauna:






An einem Tag sind wir dann mal den Weg oberhalb des Strandes entlang gegangen…


… und landeten bei einem Mahnmal:

Dieses ist mit Bildern auch viel im Internet zu finden.
Denn (ich zitiere aus dem Internet):
Im Zweiten Weltkrieg war Saaremaa Mittelpunkt erbitterter Schlachten (wie z.B. 1944 auf der Halbinsel Sörve zwischen Deutschland und Russland) und wurde mehr oder weniger bis 1945 dem Erdboden gleichgemacht. Daran erinnern heute noch einige erhaltene militärische Bauten sowie ein sowjetisches Mahnmal am Strand bei Tehumardi, dass an die nächtliche Schlacht in Tehumardi am späten Abend des 8. Oktobers 1944 erinnern soll.

Diese Schlacht ist als eine der blutigsten in die Geschichte des Baltikums eingegangen. In der Nacht des 8. Oktober 1944 kamen etwa 750 deutsche und sowjetische Soldaten ums Leben, viele im Nahkampf bei vollkommener Dunkelheit.
Die deutschen Kriegstoten sind auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Kuressaare (dt.: Ahrensburg) beigesetzt. An die Schlachten erinnern heute ein 21 m hohes Kriegsdenkmal von 1966 am Strand bei Tehumardi sowie ein kleiner deutscher Gedenkstein aus dem Jahr 2004.