Baltikum 2
Natürlich geht die Reise weiter… aber es war schon eine Heidenarbeit, aus mehr als 1000 Fotos eine Auswahl zu treffen. Und nun muss diese Auswahl auch noch bearbeitet werden. Also: Keine Angst, es gibt peu a peu Nachschub.
Unser Informationsmaterial
Den Campingplatz (CP) in Tuja hatten wir durch Zufall entdeckt.
Zwar gibt es im Internet eine umfangreiche Liste. Doch auch die ist natürlich nicht vollständig.
Hilfreich waren bei der Reiseplanung folgende Adressen:
www.baltikuminfo.de
www.campingbaltikum.de
www.scanbaltipkn.org
www.vialatvia.de (Infos zu Lettland = Latvia)
Außerdem war unser Begleiter der
DuMont Reiseführer (DuMont Richtig Reisen: Baltikum – Litauen, Lettland, Estland, mit Reiseatlas und Routenkarten, 1. Auflage 2007) der auch Tipps zu Campingplätzen enthält, aber vor allem viel Hintergrundwissen. Wer also was zur Geschichte und Land und Leuten erfahren möchte, ist hier gut bedient.
Sehr gut ist die Karte im Anhang, die ist sogar detailgenauer als die
ADAC-Karte Baltikum (1:550 000). Aber dazu an anderer Stelle mehr.
Mit dabei war natürlich auch der
WoMo-Führer „Baltikum“, den vor jene bevorzugen werden, die gerne auf Stellplätzen (SP) stehen. Davon gibt es reichlich im Baltikum, und ähnlich wie in Skandinavien gilt eine Art Jedermannsrecht. So informativ wie der WoMo-Führer ist – ich finde ihn grafisch nicht optimal gestaltet. Die vielen unterschiedlichen Farben und Schriftgrößen sind eher verwirrend als hilfreich – denn Hervorhebungen nehme ich gerne selber vor. Dennoch ist dieses schmale Buch überhaus informativ und sollte bei keiner WoMo-Reise fehlen.
Nachteil der meisten Reiseführer: Sie sind schon zwei bis drei Jahre alt. Was bei den momentanen rasanten Veränderungen im Baltikum im Vorwege als schlecht erschien. Doch nach unseren Erfahrungen hat sich auf dem Land – zumindest was die Sehenswürdigkeiten anbelangt – wenig Entscheidendes verändert.
Also: Im DuMont-Führer entdeckte ich den Hinweis auf das
Naturschutzgebiet Steiniger Strand von Vidzeme.
Die wollte ich sehen. Also lotste ich den Fahrer auf eine Nebenstrecke der Via Baltica.

Die Via Baltica verbindet den Süden mit dem Norden des Baltikums und ist dank EU-Mitteln eine sehr gut ausgebaute Strecke. Nicht vierspurig – aber das ist bei dem meist überschaubaren Verkehr auch nicht nötig.
Unser schönster Platz
So gelangten wir durch Zufall nach
Tuja und zum Campingplatz Krimalnieki.
Wer gute Entsorgungmöglichkeiten sucht, wird enttäuscht werden. Auch die Sanitäranlagen sind von großer Bescheidenheit: Wasserstellen ohne Abfluss, Trockenklos – aber große Müllcontainer.
Dafür gibt es eine Bar mit Essensmöglichkeiten. Der große Vorteil dieses Platzes: Er liegt direkt am Meer – und bis auf fünf Meter darf man an die Abbruchkante fahren.
Außerdem sind hier fast nur Einheimische. Und in der Woche ist er so gut wie leer, weil die meisten vor allem am Wochenende hierher kommen.
Hinter dem CP liegen noch einige sehr noble Ferienhäuser. Und auf einem Privatgrundstück ist auch ein kleiner CP.
Oder hübsche kleine Hütten:
Noch ein Stück weiter sahen wir auch ein sehr neues Gelände mit Stromanschlüssen – aber eben nicht direkt am Meer.
Für die Balten gehört zum Campen in jedem Fall das Feuer machen. Daher befinden sich auf dem Platz Feuerstellen und bei der Rezeption erhält man Feuerholz. Wir hatten uns genau zwischen zwei hölzernen Tischen platziert. Diese Tische sind bei den Letten beliebt, denn sie reisen zu 99 Prozent mit dem Zelt an. Die Autos sind zwar meist gehobene Mittelklasse (selbst so etwas „Kleines“ wie einen Golf sieht man selten), aber übernachtet wird in Zwei-Mann-Zelten. Oder auch mal im Auto.
Ein weiter Vorteil des CP: Keine Parzellierung und viel Platz. Hier dürfen Hunde frei herumlaufen, hier kann Federball gespielt werden. Aber: Der Platzwart achtet darauf, dass keine laute Musik gespielt wird. So auch bei der Gruppe von Jugendlichen, die neben uns stand (als wir auf der Rückreise noch einmal hier Station machten). Man kann sich mit jungen Menschen hervorragend auf Englisch verständigen. Ältere sprechen manchmal sogar Deutsch.
Leider wissen wir nicht, ob „unser“ Strandabschnitt auch zu besagtem Naturschutzgebiet gehört, aber auf jeden Fall gibt es reichlich Steine – vor allem auch riesige (oft als Handtuchablage genutzt). Wenn man genau schaut, findet man aber steinfreie Furten ins Wasser – und nach einigen Metern kommt dann eine Sandbank ohne Steine.
Für Kinder ist das Gelände gut geeignet, weil es sehr langsam tief wird. Und gegen die Steine empfehlen sich Badeschuhe. Wenn der Wind aus Westen kommt, gib’s sogar einwenig Brandung.
Im Übrigen: Das Wasser ist NICHT salzig. Was mich sehr verblüffte. Schließlich bin ich in Flensburg an der Ostsee groß geworden. Ostsee = Salzwasser lautete meine Erfahrung und musste mich von dem Mann an meiner Seite aufklären lassen.
Die Ostsee ist eigentlich ein Brackwasser, ein Binnengewässer. Nur im Norden bildet der Große Belt eine Verbindung zur Nordsee – und damit zum Salzwasser. Aber je weiter man nach Osten kommt, desto geringer wird der Gehalt an Salz bzw. er tendiert gegen Null.
Der Vorteil: Man muss nicht nach jedem Baden duschen. Im Gegenteil. Statt die Dusche im WoMo zu nutzen, sprangen wir mehrmals täglich in die Ostsee – was aber nur bedingt erfrischend war, da das Wasser in jenen heißen Tagen Badewannentemperatur angenommen hatte.
Auf jeden Fall war es SEHR ERHOLSAM
(Wird fortgesetzt)